Forschung

Aktuelle Projekte

Durch Drittmittel geförderte Forschung

Förderkennzeichen: 01GP2207 (gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF))

Gesamte Fördersumme: 803.656 EUR

Förderzeitraum: 01.02.2023 - 31.10.2026

Projektleitung: Prof. Dr. Georg Marckmann

Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Andreas Wolkenstein

Was macht in der Medizin eine gute Entscheidung aus? Das Konzept des „shared decision-making“ (SDM) besagt: Patient*innen soll es ermöglicht werden, gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt nach eigener Präferenz Entscheidungen zu treffen. Durch die zunehmende Erforschung und Einsetzung von Algorithmen in der Gesellschaft und Medizin stellt sich die Frage, ob und wie diese sich in den Entscheidungsprozess integrieren lassen. Und wie beeinflusst die Rolle des Algorithmus die Interaktion zwischen Ärztin und Patientin? Das Projekt EPAMed untersucht, wie eine algorithmus-unterstützte Entscheidungsfindung in der Medizin aussehen sollte, die ethische Anforderungen und Patientenpräferenzen achtet. Dafür analysiert das Forschungsprojekt sowohl die notwendigen ethischen Implikationen als auch die Möglichkeiten der Implementierung in den Prozess der klinischen Praxis. Durch Kooperation mit dem Institut für medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE) als Projektpartner und in Zusammenarbeit mit Patient*innen und Kliniker*innen werden dazu praxisbezogene Leitlinien und Empfehlungen für Ärzt*innen, Programmierer*innen und politische Entscheidungsträger*innen erarbeitet.

Förderkennzeichen: 01KU2201 (gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF))

Gesamte Fördersumme: 297.834 EUR

Förderzeitraum: 01.04.2023 - 31.07.2026

Projektleitung: Prof. Dr. Georg Marckmann

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. Stephanie Müller

Unter dem Begriff der neuronalen Entwicklungsstörung (NDD) wird eine ganze Reihe von Krankheitsbildern zusammengefasst, deren Symptome sich in der Regel bereits sehr früh im Kindesalter zeigen und lebenslange Folgen haben. Sie umfassen sensomotorische, kognitive und kommunikative Einschränkungen sowie Lern- und Verhaltensstörungen. Beispiele für NDDs sind unter anderem infantile Zerebralparese oder Autismus-Spektrum-Störungen (ASS). Trotz vieler Fortschritte in der Erforschung von NDDs besteht eine wesentliche Schwierigkeit in der Behandlung darin, dass eine Diagnose oft erst spät erfolgt. In dem Projekt TECH-TOYS arbeiten Forscher aus Italien, Frankreich, der Türkei und Deutschland gemeinsam an einer Lösung dieses Problems. Ziel ist die Entwicklung eines Diagnoseinstruments zur Früherkennung von NDDs. Dazu wird eine mit Sensoren ausgestattete Spielumgebung entwickelt, deren Daten mit Hilfe von KI auf motorische und kommunikative Auffälligkeiten hin ausgewertet werden sollen. Das ethische Begleitprojekt untersucht die ethischen Implikationen der TECH-TOY-Technologie und erarbeitet ethische Empfehlungen für ihren Einsatz im Forschungskontext und die spätere Anwendung im therapeutischen Setting.

Förderorganisation: Verein zur Förderung von Wissenschaft und Forschung (WiFoMed) an der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München e.V.

Förderzeitraum: 01.04.2026 – 31.03.2027

Bewilligungssumme: 12.700€

Projektleitung: Dr. phil. Anna Hirsch

Teammitglied: Sofia Schwarz

Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet Adipositas bei Kindern als eine der größten globalen Gesundheitsherausforderungen und verweist auf besorgniserregende Trends seit der COVID-19-Pandemie. Adipositas kann zu Gesundheitsproblemen führen, die sich insbesondere im Erwachsenenalter zeigen, darunter Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und obstruktive Schlafapnoe. Darüber hinaus sind Kinder mit Adipositas häufiger von Mobbing, sozialer Ausgrenzung und Bodyshaming betroffen, was sich negativ auf ihre psychische Gesundheit auswirken kann. Adipositas beeinflusst jedoch nicht nur gesundheitsbezogene Aspekte des Wohlergehens von Kindern, sondern kann auch Konsequenzen für andere Lebensbereiche, etwa den schulischen Bereich, Freundschaften, Freizeitgestaltung und Identitätsentwicklung haben.
Das Projekt geht der Frage nach, welche Wohltunspflichten wir gegenüber Kindern mit Adipositas haben. Dazu wird einumfassendes Verständnis des Kindeswohls zugrunde gelegt, das sowohl auf empirischen Untersuchungen als auch auf analytisch-konzeptionellen Überlegungen beruht. Es wird analysiert, inwieweit ein solches Verständnis des Kindeswohls bei komplexen Behandlungsentscheidungen im Falle kindlicher Adipositas Orientierung geben kann. Das übergeordnete Ziel des Forschungsprojekts ist es, das Wohlergehen von Kindern sowohl in öffentlichen Diskussionen über kindliche Adipositas als auch in individuellen Behandlungsentscheidungen stärker in den Mittelpunkt zu rücken und dabei auch der subjektiven Perspektive betroffener Kinder ausreichend Raum zu geben. Es soll sichtbar werden, dass es im Umgang mit und in der Behandlung von kindlicher Adipositas gewöhnlich um weit mehr geht als nur um gesundheits- und gewichtsbezogene Aspekte.

Förderorganisation: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Projektnummer: 566343405

Förderzeitraum: 01.06.2026–31.05.2029

Bewilligungssumme: 365.811€

Projektleitung: Dr. phil. Anna Hirsch

Teammitglied:

Behandlungsentscheidungen in der Pädiatrie sind mit einer Vielzahl unterschiedlicher ethischer Konflikte verbunden, die sich häufig von jenen in der Erwachsenenmedizin unterscheiden. Konflikte können zwischen den Interessen und Werten der beteiligten Parteien, zwischen unterschiedlichen ethischen Verpflichtungen (gegenüber dem Kind, den Eltern, anderen Patient*innen usw.) und zwischen unterschiedlichen Interpretationen des Kindeswohls auftreten. Nach wie vor ist nicht hinreichend geklärt, wie die unterschiedlichen Perspektiven auf das Kindeswohl, konfligierende Interessen, Werte und Verpflichtungen zu gewichten sind. Aktuelle Debatten, unter anderem über geschlechtsangleichende Therapien und das Impfen von Kindern, unterstreichen die Bedeutung des Themas. Ziel des Projekts ist es, einen Abwägungsrahmen zu entwickeln, der in Konflikten als Orientierungshilfe dienen kann, indem er auf ethisch relevante Aspekte bei der Gewichtung konfligierender Interessen und ethischer Verpflichtungen verweist.

Zur ausführlichen Projektbeschreibung: Link DFG gepris

Abgeschlossene Projekte der letzten 12 Monate

Durch Drittmittel geförderte Forschung

Leitung: PD Dr. Mathias Witt
Förderung : Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 386999510
Projektmitarbeiterin: Dr. Irene Cala

Im Rahmen des Projekts soll eine kritische wissenschaftliche Textausgabe der bislang griechisch noch nie edierten Bücher 10 und 14 des frühbyzantinischen medizinischen Sammelwerks (lógoi iatrikoí, Libri medicinales) des Aëtios von Amida (6. Jh. n. Chr.) anhand sämtlicher bekannter Manuskripte erstellt und hiermit die letzte große editorische Lücke im Schrifttum der antiken Medizin geschlossen werden. Die Edition soll ferner durch eine deutsche Übersetzung und einen philologisch-medizinhistorischen Kommentar auch für größere Leserkreise erschlossen werden. Es soll überdies ein für die Edition byzantinischer Kompilationen neuartiges editorisches Vorgehen gewählt werden, das eine für Forscher größtmögliche Benutzerfreundlichkeit gewährleistet: Erstmalig soll nämlich neben dem eigentlichen Editionsteil ein zusätzlicher Konkordanzband erstellt werden, in dem synoptisch der Aëtios-Text und die von Aëtios exzerpierten Quellentexte (sofern überliefert) im Originalwortlaut einander gegenübergestellt werden. Abweichungen der Texte werden in der Textsynopse durch ein System graphischer Markierungen ausgezeichnet, sodaß für den Benutzer unmittelbar ersichtlich ist, welche Passagen Aëtios gekürzt, modifiziert oder umformuliert hat. Die Exzerpiertechnik des Aëtios wird auf diese Weise systematisch visualisiert und für weitere Analysen aufbereitet, was auch für die Philologie und die Ideengeschichte nützlich sein wird.Auf diese Weise sollen die letzten im griechischen Original noch unpublizierten frühbyzantinisch-medizinischen Texte durch eine kritische Textausgabe einem breiten Forscherpublikum (Klassische Philologen, Medizinhistoriker, Pharmaziehistoriker, Wissenschaftshistoriker, Byzantinisten, Kulturwissenschaftler) zugänglich gemacht werden.

Zur ausführlichen Projektbeschreibung: Link DFG gepris